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Piercing und Tattoos

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Ob nun Piercing, Tattoo oder Implantat: Wenn es um Körperkult geht ist nicht nur das Motiv oder der Schmuck wichtig, sondern auch gründliche Überlegung und vorsichtige Wahl des richtigen Studios. Denn wer möchte schon Narben, Entzündungen oder allergische Reaktionen? Was es alles gibt und worauf ihr achten solltet, damit die Zierde nicht zur Qual wird, findet ihr hier.

Sowohl Piercings als auch Tattoos bekommst du unter 18 Jahren nur mit Einwilligung der Eltern. Auch wenn die Rechtslage da im Detail ein bisschen unklar ist: In der Praxis ist es auf jeden Fall so. Und falls ein Studio es damit nicht so genau nehmen sollte, wäre genau das ein Grund, wieder zu gehen! Denn so was ist ein klarer Hinweis, dass man dort vielleicht auch sonst nicht so gewissenhaft arbeitet, z. B. was die Sauberkeit angeht. Am besten einigst du dich also mit deinen Eltern, und nötigenfalls musst du eben warten, bis du 18 bist.

Piercing und Implantate
Ohne irgendwas dramatisieren zu wollen: Beim Piercen kriegt man Löcher in den Körper gebohrt (durch Knorpel oder Fettgewebe). Es ist schon wichtig, sich das klar zu machen. Denn wenn man ein Piercing irgendwann nicht mehr will, kann genau da jenes Loch bleiben - oder eine kleine Narbe. Das kann dann gerade im Gesicht störend sein.

Entscheidet man sich für ein Piercing, sollte man unbedingt darauf achten, dass im Laden oder Studio sauber und gewissenhaft gearbeitet wird. Denn hier kann Pfusch zu Entzündungen oder sogar Nervenverletzungen führen. Gerade an empfindlichen Stellen wie den Lippen, am Bauchnabel oder gar an den Genitalien kann man gar nicht sorgfältig genug sein. Und: Ein Restrisiko bleibt trotzdem - aufgrund der Gefahr von Entzündungen, aber auch wegen möglicher Allergien. Niemals, wirklich niemals (!) Selbstversuche machen: Nicht beim Piercen und schon gar nicht beim Tätowieren. Das sieht eigentlich immer unschön aus, und vor allem ist das Infektionsrisiko sehr hoch. Zudem können bei Zungen- und Lippenpiercings Zähne oder Zahnfleisch beschädigt werden. Muss alles nicht sein, kann aber. Und solange das Piercing noch nicht richtig abgeheilt ist, müsst ihr sehr auf die Hygiene achten. Bis der Wundkanal richtig verschlossen ist, ist die Entzündungsgefahr am größten. Also: Reinigen mit antibakterieller Seife, nicht mit dreckigen Fingernägeln daran rumfummeln, Wundlösung wie vorgeschrieben auftragen und so weiter. Ein guter Piercer erklärt euch das alles ganz genau!

Dermal Anchor ist eine recht neue Piercingform. Dabei wird ein kleines Plättchen aus Titan, an dem sich ein Gewinde befindet, unter die Haut gebracht. Oben auf das Gewinde können dann verschiedene Aufsätze geschraubt werden - meistens silberne Plättchen oder Strasssteinchen. Diese kleinen Implantate lassen sich an Stellen anbringen, wo piercen nicht möglich ist. Aber auch hier gilt: das Entfernen ist unangenehm und es bleibt eine Narbe. Manche Implantate wachsen auch wieder von alleine raus. Wichtig ist, bei der Heilung auf Sauberkeit und Pflege zu achten.

Tattoos
Beim Tätowieren wird Tinte unter die oberen beiden Hautschichten gestochen und ist dann damit dauerhaft eingebettet. Auch das sollte man wissen, denn daher kommt's, dass "normale" Tattoos einen so ohne weiteres nicht mehr verlassen. Also überlegt euch gut: Will ich wirklich ein bleibendes Bild auf meinem Körper? Will ich den lustigen Drachen (oder was auch immer) auch noch in 20 Jahren auf dem Hintern haben? Und an welcher Stelle? Möglicherweise hat der spätere Arbeitgeber kein Verständnis für einen Schriftzug am Handgelenk. Sowieso solltest du dich ruhig mal fragen: Warum und wie sehr will ich das? Weil meine Freunde eins haben? Weil es gerade Mode ist?

Und auch bei Tattoos gilt natürlich: Nicht den erstbesten Laden nehmen! Unsaubere Arbeit kann im schlimmsten Fall zu Infektionen führen. Auch ein schlecht gestochenes Tattoo ist immer echt ärgerlich. Man hat sich auf das tolle Motiv gefreut und dann sieht das Bild auf der Haut irgendwie anders aus als im Katalog. Die Konturen sind nicht sauber, die Farben sind verlaufen oder verblassen schnell und das Bild wirkt unscharf. So ein Tattoo überarbeiten zu lassen kostet viel Geld und Geduld. Und manchmal kann dann auch der beste Tattookünstler nicht mehr viel raus holen. Gebt also acht, wem ihr erlaubt euren Körper dauerhaft zu gestalten.

Also: Nach diesen Punkten immer fragen, denn das ist zu wichtig fürs Schüchtern-sein!
  • Gute Beratung: Werde ich auch über Risiken aufgeklärt? Will man die Einverständniserklärung meiner Eltern sehen? Nimmt man sich für mich Zeit?
  • Wie sieht's in dem Laden aus? Ist er "sauber"?
  • Sind die Instrumente steril? Lasst Euch den Sterilisator oder die Verpackungen von Einmal-Material zeigen!
  • Werden Handschuhe benutzt?
  • Beim Piercing: Keine Pistole, denn die kann nicht ausreichend sterilisiert werden und die Wunde heilt schlechter!
  • Und nach dem Tätowieren besonders auf die richtige Pflege achten - mehr zu dem Punkt gibt's u. a. auch hier.
Und so Manche/r nimmt eine Menge Geld in die Hand, um das Tattoo in mehreren Sitzungen beim Spezialisten wieder weglasern zu lassen. Ist möglich, aber teuer und kein Spaziergang. Man sollte also auf keinen Fall denken, man kann so ein Tattoo mal eben wieder wegmachen lassen, wenn es einem nicht mehr gefällt.

Tattoo ist auch nicht gleich Tattoo: So enthalten z. B. Black-Henna-Tattoos das stark sensibilisierende "Para-Phenylendiamin" (PPD): Allergische Reaktionen sind gut möglich und vor allem heftig, wenn sie eintreten. "Permanent Tattoos" sind hingegen offiziell gar nicht permanent, sondern sollen nach ca. 5 Jahren verschwunden sein. Dummerweise hört man immer wieder, dass das auch ein paar Jahre länger dauern kann, und in der Übergangszeit hat man dann einige Jahre einfach ein ziemlich blasses, aber trotzdem gut sichtbares Bild auf der Haut. Oder es verschwinden nur Teile davon ...

Autorin: Regina Rohland
Quelle und zusätzliche Bilder: Checked for You. Das online-Jugendmagazin der Verbraucherzentrale NRW.