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ADHS bei Erwachsenen

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Bei etwa 30 Prozent der Menschen, die im Kindes- und Jugendalter eine Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) hatten, besteht das Vollbild der Störung im Erwachsenenalter weiter. Bei weiteren 30 Prozent sind zumindest noch einzelne Symptome anzutreffen.

„Erwachsene mit ADHS weisen zudem häufig weitere psychische Störungen auf - insbesondere wenn die Erkrankung bislang unerkannt und unbehandelt bleib. Betroffene leiden oft zusätzlich unter Persönlichkeitsstörungen, Angststörungen, Depressionen, Drogenmissbrauch oder anderen Suchterkrankungen“, berichtet Dr. Christa Roth-Sackenheim vom Berufsverband Deutscher Psychiater (BVDP) in Krefeld. „Oftmals erfolgt die Diagnose ADHS erst dann, wenn Betroffene aufgrund der begleitenden Erkrankungen in psychiatrische Einrichtungen kommen. Eine korrekte Diagnosestellung und gegebenenfalls Behandlung kann für die Betroffenen eine Erleichterung bedeuten und mit erheblichen Verbesserungen der persönlichen Lebenssituation einhergehen.“

Ausgeprägte Aufmerksamkeits- und Verhaltensstörungen im Kindesalter stellen allgemein einen Risikofaktor für die spätere Entwicklung von psychischen Störungen dar. Erwachsene, die ADHS haben, müssen meist mit verschiedenen Einschränkungen im Leben zurechtkommen. Betroffenen fällt es schwer, die Alltagsorganisation effizient zu gestalten und die Arbeitsweise ist oft chaotisch. Sie neigen zu Vergesslichkeit, ungewollter Unpünktlichkeit und der Unfähigkeit zu einem planvollen, vorausschauenden Vorgehen. Erhöhte Ablenkbarkeit, Schwierigkeiten, Gesprächen zu folgen oder schriftliche Dinge zu erledigen beeinträchtigen insbesondere den Arbeitsalltag. Betroffene beschreiben sich häufig selbst als schnell "belästigt" oder gestresst. „Emotionale Beeinträchtigungen, mit denen Betroffene zu tun haben, sind innere Unruhe, ein Wechsel zwischen normaler und niedergeschlagener Stimmung sowie leichte Reizbarkeit“, ergänzt Dr. Roth-Sackenheim. „Im zwischenmenschlichen Bereich kommen oft Unzufriedenheit in der Partnerschaft und auch Schwierigkeiten bei der Erziehung der eigenen Kinder vor. Scheidung sind bei Erwachsenen mit ADHS nicht selten und Freundschaften häufig instabil.“

Um Benachteiligungen im Beruf und im Privatleben zu verringern, ist es wichtig, dass Betroffene sich nicht scheuen, einen Psychiater oder Psychotherapeuten aufzusuchen und sich ihren Problemen stellen. Mit gezielten Therapien lässt sich beispielsweise das Arbeitsverhalten und die Selbstorganisation erheblich verbessern. Auch eine medikamentöse Behandlung kann bei ADHS hilfreich sein. „Die Therapie von ADHS beeinflusst dann meist auch den Verlauf der begleitenden Störungen günstig. Diese sollten ebenfalls gezielt behandelt werden“, rät die Psychiaterin und Psychotherapeutin.

Quelle: Berufsverband Deutscher Psychiater (BVDP)